Weiterbildung
zur Altentherapeutin / zum Altentherapeut
Ziele der Weiterbildung
Die zukünftige Pflege alter Menschen erfordert Spezialkenntnisse, Werkzeuge der Entlastung in kritischen Situationen und die Fähigkeit, individuelle Lösungen zu finden – für die alten Menschen, für die Betreuenden und Pflegenden und für die Angehörigen.
In der Begleitung, Pflege und Betreuung alter Menschen sind an die professionellen Helfer hohe und immer wieder neue Ansprüche gestellt. In der Gegenwart zeichnet sich deutlich ab, dass eine Einzelfallorientierung in den Vordergrund rückt.
Die dazu nötigen Spezialkenntnisse können gut von einzelnen therapeutisch geschulten Mitarbeitern in Formen des kollegialen Coachings und in Fallbesprechungen an alle Mitarbeiter vermittelt werden.
Der gesellschaftliche Trend zu höherer Individualisierung kommt auch in den Bereichen pflegerischer Aktivitäten zum Ausdruck und erfordert neue Konzepte individuell orientierter – und somit auch therapeutisch aufgebauter Vorgehensweisen.
Die Weiterbildung zum Altentherapeuten soll ein Beitrag dazu sein, die Kompetenz
im Bereich der lösungsorientierten und entlastenden Konzepte zu stärken.
Therapeutische Verfahren bedürfen in erster Linie der praktischen Übung.
Aus diesem Grund werden in der Weiterbildung praktische Anwendungen fortlaufend
supervidierend reflektiert.
Einsatzfelder der Altentherapeuten und -therapeutinnen
Altentherapeuten werden eingesetzt in
- stationären Altenpflegeeinrichtungen
- in der ambulanten Pflege
- in der Tagespflege und in Tageskliniken
- in geriatrischen Spezialabteilungen der Kliniken
- in der Gerontopsychiatrie
- in Hospizen
- im betreuten Wohnen
- in Wohngruppen und Wohngemeinschaften für alte Menschen
- in der Nachbarschaftshilfe
- als freie Angebote selbständiger Altentherapeuten für den privaten und den klinischen Bereich
Teilnahmevoraussetzungen
„Bei der Ausbildung zum Altentherapeuten / zur Altentherapeutin handelt es sich um eine berufliche Weiterbildung im Anschluss an eine Berufsausbildung oder ein Studium im sozialpflegerischen Bereich“ (zitiert aus Unterlagen der Bundesagentur für Arbeit)
Die Voraussetzungen im Einzelnen:
Eine Ausbildung als:
- Altenpflegerin /Altenpfleger
- Krankenpflegerin / Krankenpfleger bzw. GesundheitspflegerIn
- HeilerziehungspflegerIn
- Sozialpädagoge/ Sozialpädagogin, SozialarbeiterIn, Pädagoge oder Theologe oder
- gleichwertige Berufsanschlüsse
Außerdem besteht die Möglichkeit, bei entsprechendem Nachweis und entsprechender Empfehlung aufgrund einer sechsjährigen Tätigkeit in der Altenpflege ohne eine entsprechende Ausbildung zur Weiterbildung zugelassen zu werden.
Die Grundstruktur der Weiterbildung
Die Stundenaufteilung: 700 Unterrichtseinheiten
320 Unterrichtseinheiten
30 Stunden (begleitet)
40 Stunden (begleitet)
30 Stunden (begleitet) Theorie
In der Praxis unter fachlicher Begleitung
Einzeltherapeutische Interventionen
Fallbesprechungen in der Praxis
Beratung von Mitarbeitern und Angehörigen
Gesamtstunden 1120 Lerneinheiten
Beginn der Weiterbildung ist am 26.10.2009
gleichzeitig mit der Weiterbildung zur Fachkraft für Gerontopsychiatrie
Die Kosten für die Weiterbildung
Die Weiterbildungsgebühr beträgt 4560, - €, Teilbeträge werden monatlich in Rechnung gestellt
Die Kosten für die Lernmittel sind nicht hoch, in Rahmen der Weiterbildung wird weitgehend mit Skripten gearbeitet, die von den Dozenten zur Verfügung gestellt werden.
Übersicht über die Inhalte der Weiterbildung
Sozialwissenschaftlicher und therapeutischer Fachbereich
- Lebenssituationen psychisch veränderter alter Menschen
- Die Lebenssituation und Betreuung geistig behinderter alter Menschen
- Menschenbild, Menschenkenntnis
- Kommunikation und Gesprächsführung
- Beratungsmethoden
- Coachingmethoden
- Klientenzentrierte Gesprächsführung
- Krisen- und Konfliktmanagement
- Kriseninterventionen im Themenbereich Heimeinzug, Sterbebegleitung und besonderen psychischen Belastungen
- Angehörigenarbeit
- Anforderungen an Altentherapeuten
- Lern- und Arbeitstechniken , Wahrnehmungsschulung
- Analysen und Bewältigung von Belastungen, Selbstmanagement, Entspannungstechniken
- Fallbesprechungen
Fachbereich gerontopsychiatrischer Pflege- und Betreuungskonzepte
- Pflegemodelle
- Biographieansatz
- Validation
- ROT und Reminiszenztheorie
- Milieugestaltung
- Basale Stimulation
- Aromatherapie, Musiktherapie, Snoezeln
- Erinnerungspflege
- Ergotherapie und Gehirntraining
- Konzeptentwicklung
Rechtlicher Fachbereich – 20 Std.
- Betreuungsrecht
- Haftungsrecht
- Pflegeversicherung und Krankenversicherung
- Pflegequalitätssicherungsgesetz
- Heimgesetz
Medizinischer Fachbereich
- Gerontopsychiatrische Erkrankungen
- Wirkungsweise und Risiken von Psychopharmaka
- Naturheilmethoden
Die Konzeption der Weiterbildung
Die Weiterbildung ist so konzipiert, dass ein hoher Praxisbezug gewahrt wird. Während der Weiterbildung wird durch begleitete Interventionen in der Praxis die Anwendung der gelernten Methoden erprobt und das Können kontinuierlich verfeinert.
Die Einzelinterventionen
Die Teilnehmer begleiten einen oder zwei bis drei alte Menschen in Einzelarbeit, auf diese Weise werden Methoden erprobt und die Anwendung in der Weiterbildung reflektiert.
Die Fallbesprechungen
Die TeilnehmerInnen der Weiterbildung sollen während der Weiterbildung ca. 10 Fallbesprechungen in der Praxis geleitet haben um in der professionellen Anwendung Sicherheit zu gewinnen.
Die Mitarbeiterberatung
Während der Weiterbildung werden Beratungen von Kolleginnen unter der Supervision innerhalb der Weiterbildung durchgeführt.
Die Abschlussprüfung
Die Zulassung zur Prüfung setzt die regelmäßige Teilnehme an den Unterrichtseinheiten der Weiterbildung voraus. Es gibt eine Fehlzeitentoleranz von 10%.
Die einzelnen Prüfungsleistungen werden zu Beginn der Weiterbildung bekannt gegeben.
Die Weiterbildung zum / zur Altentherapeutin schließt mit einer schriftlichen Fallbearbeitung und einer mündlichen Prüfung ab.
TeilnehmerInnen , die nach 400 Stunden Theorie die Abschlussprüfung zur „Fachkraft für Gerontopsychiatrie“ absolvieren, nehmen an den Prüfungsleistungen der staatlich anerkannten Weiterbildung zur Fachkraft für Gerontopsychiatrie teil.
Die Unterrichtszeiten
| Mo | 9.30 - 16.30 Uhr |
| Di - Do | 8.30 - 16.30 Uhr |
| Fr | 8.30 - 13.45 Uhr |
Die Dozenten der Weiterbildung
Die Dozentinnen und Dozenten, die in dieser Weiterbildung unterrichten, sind unterschiedlich lange in den Weiterbildungen für Führungskräfte in der Pflege tätig, manche erst ganz frisch, andere seit 25 Jahren. Sie verfügen entweder über ein Hochschulstudium in ihrem Fachgebiet, die Weiterbildung zum/zur PflegelehrerIn
oder spezielle Fachkenntnisse und fachspezifische Zusatzqualifikationen.
Es ist das gemeinsame Ziel, die Situation in der Pflege kontinuierlich nach besten Kräften und in den verschiedenen Dimensionen zu verbessern
In dieser Weiterbildung unterrichten ungefähr 12 DozentInnen der verschiedenen Fachrichtungen.
Zu diesen DozentInnen gehören:
Margarete Schneberger, Steinen
Dipl. Sozialwissenschaftlerin, Leiterin des Belchen Instituts
Fachbereich: Gesprächsführung, Fallbesprechungen, Konzeptentwicklung, Supervision
Sonja Jahn, Fulda
Altenpflegerin, Lehrerin für Pflegeberufe, Validationsanwenderin
Fachbereich: Gerontopsychiatrie, therapeutische Verfahren, Fallbesprechungen
Heidrun Schinz, Heidelberg
Rechtsanwältin
Fachbereich. Recht
Elfriede Marino, Schopfheim
Altenpflegerin,
Fachbereich: Erinnerungspflege, Aktivierung
Jutta König, Wiesbaden
Altenpflegerin, Heimleitung, Leitung eines ambulanten Dienstes, Gutachterin
für ambulante und stationäre Dienste beim TÜV Rheinland
Fachbereich: Richtlinien des MDK, Qualitätssicherung
Dr. med. Gabriel Richter, Emmendingen
Arzt für Psychiatrie,
Fachbereich: Krankheitsbilder Demenzerkrankter
Elke Jost, Freiburg
Altenpflegerin, Diplom Psychologin,
Fachbereich: Gerontopsychiatrie, Testdiagnostik
Carmen Heeg, Mömbris
Altenpflegerin, Lehrerin für Pflegeberufe,
Fachbereich: Gerontopsychiatrie, Basale Stimulation
Der nächste Kurs beginnt am 10. Dezember 2012
Preis: € 4560,-- €
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Aufbaukurs
Weiterbildung
zur Altentherapeutin / zum Altentherapeut
Für Absolventen der Weiterbildung zur Fachkraft für Gerontopsychiatrie
Der nächste Kurs beginnt am 21. Januar 2013
Preis: € 2200,-- €